Hap-Ki-Do ist eine koreanische Selbstverteidigungskunst, wobei das harmonische Zusammenwirken von Geist und Körper Grundlage ist, einen Gegner zu besiegen.
Im System des Hap-Ki-Do gibt es Selbstverteidigungstechniken gegen alle möglichen Angriffsarten, sowohl gegen waffenlose Angriffe (Fassen, Klammern, Würgen, Faustschläge, Fußtritte) als auch bewaffnete Angreifer (Messer, Stock). Dazu wird der Gebrauch von Hilfsmitteln (z.B. Stock) gelernt. Die Techniken richten sich dabei nach den drei Theorien des Hap-Ki-Do: der Kreis-, der Wasser- und der Harmonietheorie.
Den Angriffen wird keine rohe Kraft entgegengesetzt, sondern sie werden in eine kreisförmige Bahn umgelenkt, um dann mit einer Hebel- oder Wurftechnik zu enden. Zum System des Hap-Ki-Do gehören außerdem Schlagtechniken und Fußtritte, eine bekannte Spezialität koreanischer Kampfkünste.
Hap-Ki-Do besitzt, wie andere Budo-Sportarten auch, ein Graduierungssystem mit farbigen Gürteln. Anfänger tragen den weißen Gürtel, danach kommen die Farben gelb, orange, grün, blau, braun und rot. Danach folgt die Prüfung zum 1. Dan, dem schwarzen Gürtel. Ein Hap-Ki-Do-In (=jemand, der Hap-Ki-Do betreibt) mit einem schwarzen Gürtel kann noch weitere 9 Dan Grade erwerben. Die jeweilige Dan-Graduierung kann durch Streifen am Gürtelende oder durch einen entsprechenden Schriftzug auf dem Gürtel kenntlich gemacht werden.

Ähnlich wie in Japan wurden auch in Korea im Mittelalter verschiedene Kampftechniken entwickelt. Diese waren wahrscheinlich mit der Verbreitung des Buddhismus aus China gekommen. Im 19. Jahrhundert waren diese Künste fast in Vergessenheit geraten.
Der junge Choi Yung Sool, der sie im engsten Familienkreis erlernt hatte, kam während der japanischen Besetzung Koreas nach Japan und machte hier Bekanntschaft mit den japanischen Systemen.
Nach dem 2. Weltkrieg nach Korea zurückgekommen, gründete er sein System, das er Hap-Ki-Do nannte. 1960 wurde auf Veranlassung der koreanischen Regierung der koreanische Hap-Ki-Do-Verband gegründet.